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Sichere Darstellung im Internet

Website, Blog und soziale Medien: Ehrenamtliche Organisationen und Vereine haben mittlerweile vielfältige Möglichkeiten sich im Internet darzustellen. Ein eigener Webauftritt sollte jedoch gut geplant sowie rechtssicher umgesetzt und gepflegt werden. Sonst können Abmahnungen die Vereinskasse belasten oder sensible Daten in falsche Hände geraten. Außerdem gilt es, Seitenbesucher über die Speicherung und Sicherung erhobener Daten zu informieren und diese Daten zu anonymisieren.

Auch der rechtssichere Umgang mit kritischen Kommentaren in der öffentlichen Kommunikation kann vor juristischen Problemen, finanziellen Schäden oder Einbußen schützen.

Weitere Anleitungen, und Tipps erhalten Sie in unseren Webinaren und Selbstlernkursen.
Lieber gucken statt lesen? Die wichtigsten Tipps für eine sichere Darstellung im Internet gibt es hier in unserem Video-Tutorial!

Für eine sichere Darstellung für ehrenamtliche Organisationen und Vereine im Internet helfen Ihnen folgende Regeln:

 

1. Klären Sie die wichtigsten Fragen zu Recht und Sicherheit vor dem Start des Projekts „Webseite“!


Wenn die Entscheidung gefallen ist, sich als Organisation im Internet zu präsentieren, ist die Klärung einiger wichtiger Aspekte wichtig, um keine rechtlich relevanten Maßnahmen zu vergessen und das Thema Sicherheit ausführlich vorzubereiten. Unter anderem diese Fragen helfen dabei:

  • Welche Inhalte können wir anbieten (z.B.: Texte, Bilder, Grafiken, Logos, Verlinkungen) und haben wir die Rechte daran?
  • Wer kann bei der redaktionellen Arbeit unterstützen und braucht Zugangsrechte zur Webseite?
  • Wer ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte der Webseite?
  • Wer baut die Seite und wo wird sie mit allen Daten und Inhalten gehostet?

 

2. Achten Sie beim Hosten Ihrer Webseite auf die Einhaltung des deutschen Datenschutzgesetzes!   

 

Beim Auswählen des richtigen Anbieters sollte auf den Standort geachtet werden – denn
danach richtet sich, welche Datenschutzgesetze für die auf der Seite bearbeiteten Daten des
Vereins gelten. Anbieter mit Sitz und Serverstandorten in Deutschland richten sich nach den hohen Standards des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes.

 

3. Beachten Sie, dass Sie bei der Wahl Ihrer Domain keine Rechte Dritter verletzen!


Bei der Namenswahl der eigenen Website ist zu beachten, keine Rechte anderer, wie Persönlichkeiten oder Unternehmen zu verletzen. Auch sollte keine Verwechslungsgefahr mit Orten bestehen. 

 

4. Richten Sie ein rechtssicheres Impressum ein!

 

Das Impressum gibt an, wer für die Website und ihre Inhalte rechtlich verantwortlich ist. Dies ist ein Pflichtelement für Webseiten in Deutschland. Ein fehlendes oder unzureichendes Impressum kann abgemahnt werden. Das Impressum sollte in jedem Fall enthalten:

• Name des Website-Betreibers und Adresse
• Telefonnummer und E-Mail-Adresse, sofern vorhanden Fax-Nummer
• Vertretungsberechtigter der Organisation

Lassen Sie sich von einem Juristen beraten, falls Sie unsicher sind, ob Ihr Impressum rechtssicher ist.

 


5. Geben Sie eine Datenschutzerklärung ab!

 

Um Ihre Seitenbesucher darüber zu informieren, welche Daten beim Besuch erfasst und gespeichert und wie diese Daten verwendet werden, geben Sie einen eine Datenschutzerklärung ab. Eine Datenschutzerklärung ist gesetzliche Pflicht, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden.

Folgen Sie mit Ihrer Webpräsenz dabei stets dem Grundsatz der Datensparsamkeit und erheben Sie so wenig Daten wie möglich. Die Einhaltung des deutschen Datenschutzrechts ist verpflichtend. 

Mehr zum Thema Datenschutz für Organisationen lernen Sie in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Daten und Spenden sicher digital verwalten“!

 

6. Beachten Sie Urheber- und Persönlichkeitsrechte! 

 

Wer Bilder, Videos oder Texte auf der eigenen Webseite, im Blog oder auf der Social-Media Präsenz einsetzen will, muss Urheber- und Persönlichkeitsrechte beachten. Bevor Sie Werke von anderen im Internet nutzen, sollten Sie sich absichern: Recherchieren Sie, wem das Werk gehört und ob und wie Sie dieses verwenden dürfen.

Außerdem hat jede Person das „Recht am eigenen Bild“: Es besagt, dass jede Person einwilligen muss, bevor ein Foto von ihr im Netz veröffentlicht wird. Das gilt auch bei Berichten von Turnieren, Festen oder Wahlen – fragen Sie die Personen, ob Sie Bilder oder Videos, die sie zeigen, veröffentlichen dürfen und wenn ja, wo – soziale Medien lassen sich teilweise Nutzungsrechte an hochgeladenen Bildern in den AGB erteilen. Handelt es sich um Aufnahmen von Kindern, fragen Sie die Eltern um Erlaubnis. Auch hier drohen sonst Abmahnungen.

Lernen Sie ausführlich zur Rechtssicherheit im Netz in unseren Selbstlernkursen und in den Webinaren „Rechtssicherheit im Internet: Überblick“ und „Rechtssicherheit im Internet Spezial: Urheberrecht und Lizenzen“!

 


7. Legen Sie mehrere und sichere Passwörter an!

 

Administrator*innen pflegen die Webpräsenzen der Organisation technisch und/oder redaktionell und können in ihrem Namen Inhalte posten und auch die Posts anderer kommentieren oder bewerten. Da die Aussagen und das Verhalten im Netz für die ganze Organisation gilt, sollten diese Personen sorgfältig ausgewählt werden.

In vielen Organisationen sind mehrere Administrator*innen aktiv. Dies erfordert im Alltag Flexibilität beim Umgang mit Zugängen und Passwörtern. Die Weitergabe von Passwörtern an Online-Hilfskräfte ist jedoch immer sorgfältig abzuwägen. Bei der gemeinsamen Nutzung von Benutzerkonten wird es nämlich schwer nachvollziehbar, wer was auf der Web- oder Profilseite gemacht hat. Das Passwort zum PC oder Laptop der Organisation sollte aus diesem Grund ebenfalls nur sehr eingeschränkt weitergegeben werden.

Wie Sie sichere Passwörter erstellen und verwalten, erklären wir Ihnen ausführlich in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Grundlagen der Sicherheit im Internet“!


8. Gehen Sie im Krisenfall planvoll und sachlich vor.

 

Wenn es im Kommentarbereich oder auf der Social-Media-Seite zu einer problematischen Diskussion kommt, sollte man in jedem Fall freundlich, mindestens aber höflich bleiben. Administrator*innen sollten zunächst den Dialog suchen, eine Problemlösung vorschlagen oder gegebenenfalls ein persönliches Gespräch am Telefon oder im Vereinsheim anbieten. Das kommentarlose Löschen kritischer Kommentare ist hingegen meist nur der Anfang von noch mehr Kritik.

Sollte die Kritik nicht verstummen und wenn alle Lösungsversuche im Sande verlaufen, kann im Zweifel juristischer Beistand eingeholt werden. Hierbei gilt: Dieser sollte im Hintergrund beraten, eine Drohung mit Anwält*innen im Netzwerk wirkt kontraproduktiv.

Keine Sorge: Eine Kritikwelle ist meist schnell wieder vorüber. Und dass eine ehrenamtliche Organisation ein darüber hinausgehender Shitstorm trifft, ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Weiterhin entsteht der Shitstorm erst als Resultat von intransparenter, unterbleibender oder aggressiver Kommunikation. Ein rechtzeitig aufgestellter Ablauf im Krisenfall schützt vor spontanen Fehlentscheidungen.

 

9. Berufen Sie sich im Krisenfall auf Ihre Netiquette und Ihr „virtuelles Hausrecht“! 

 

Die Netiquette ist ein Regelwerk für den angemessenen und respektvollen Umgang in der Online-Kommunikation. Sie hat zwar keine juristische Relevanz, bietet aber die Grundlage für einen positiven Dialog miteinander. Und sie ist die von den Nutzer*innen akzeptierte Umgangsform, das heißt: Wer gegen die Netiquette verstößt, kann mit seinen Kommentaren ausnahmsweise auch gelöscht oder gesperrt werden. Im Krisenfall können Sie sich auf die Netiquette berufen.

Ihr „virtuelles Hausrecht“ können Sie auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihrer Webseite festschreiben. Formulieren Sie dabei die Regeln so genau wie möglich – akzeptieren die Nutzer*innen Ihre AGB mit einem Bestätigungs-Häkchen oder auch nur durch Nutzung Ihrer Seite, können Sie sich auch auf die AGB berufen, falls Sie Einträge löschen oder Personen den Zugang zum Beispiel zu einem geschlossenen Bereich verwehren wollen.

 

10. Informieren Sie Ihre Seitenbesucher*innen über den Einsatz von Cookies!


Ein „Cookie“ im Internet ist nichts zu essen, sondern eine Textdatei auf einem Computer, die Informationen über Ihre Seitenbesucher speichert. Diese Informationen helfen Ihnen als Webseitenbetreiber*innen zwar, mehr über die Interessen der Seitenbesucher*innen herauszufinden, um Inhalte und Werbung dann gezielter auf deren Interessen zuschneiden zu können. Aber für Seitenbesucher sind Cookies nicht sichtbar.

Eine Richtlinie der EU sorgt für Transparenz beim Einsatz von Cookies: Die Nutzer*innen sollen wissen, wenn Sie Cookies einsetzen. Sollten Sie Cookies nutzen, informieren Sie auf allen Webseiten und in allen Apps deutlich sichtbar darüber, so dass Seitenbesucher*innen die Gelegenheit haben, diese auszustellen.

 

11. Anonymisieren Sie erhobene Daten Ihrer Webseitenbesucher!


Unter Tracking versteht man das Verfolgen von Besucherströmen, um zu erkennen, wer welche Teile der eigenen Webpräsenz aufgerufen hat.

Beim Targeting wird das individuelle Benutzer*innenverhalten systematisch analysiert, um dann dynamisch zielgruppengerechte Werbung zu schalten. Retargeting funktioniert technisch wie Targeting, allerdings werden hierbei auch schon Recherchen dokumentiert.

Alle drei Verfahren sind mit dem Deutschen Bundesdatenschutzgesetz vereinbar – die erhobenen Daten und weitere Informationen müssen allerdings anonymisiert sein.


Noch mehr Tipps und konkrete Anleitungen für den rechtssicheren und datensparsamen Auftritt im Internet für Organisationen lernen Sie in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Sichere Darstellung im Internet“!

 


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