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Sicher vernetzen in Social Media für Fortgeschrittene

Soziale Netzwerke gehören heute für viele Menschen zum Alltag dazu. Es werden ganz selbstverständlich Kontakte geknüpft, mit Menschen kommuniziert und Informationen geteilt. Vier von fünf Internetnutzer*innen sind in sozialen Netzwerken angemeldet. Der große Erfolg hat aber auch die Risiken erhöht. Denn: Vor betrügerischen Machenschaften sind auch absolute Profis nicht gefeit. Neben neuen Trends und Apps entstehen auch immer wieder neue Risiken, zum Beispiel bei der Nutzung von Tauschbörsen oder beim Live-Streamen von Videos vom Smartphone direkt ins Netz.

Weitere Anleitungen und Tipps erhalten Sie in unseren Webinaren und Selbstlernkursen. Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Video-Tutorial!

Für die sichere Nutzung von Social Media auch für erfahrene Netzwerker helfen Ihnen folgende Regeln:

 

1. Prüfen Sie regelmäßig, ob es eine Profil-Kopie von Ihnen bei Facebook gibt!

Eine besondere Masche beim Internetbetrug ist die Kopie eines gesamten Facebook-Profils. Es gibt dann zwei Profile unter gleichem Namen, die völlig identisch sind. Die Betrüger*innen klicken sie sich durch Ihre Freundesliste und versenden Freundschaftsanfragen. In der Folge versuchen sie, unter Ihrem Namen Ihren Freunden Daten oder ganz direkt Geld zu entlocken.

Prüfen Sie daher auch Freundschaftsanfragen von Kontakten, mit denen Sie sich bereits befreundet wähnen. Fragen Sie zur Sicherheit auf einem anderen Kanal nach der Echtheit.

 

2. Verbergen Sie Ihre Freundesliste!

Wenn Sie die Sichtbarkeit Ihrer Freundesliste in den Konto-Einstellungen des Netzwerks ausgestellt oder begrenzt haben, ist das Kopieren Ihres Profils für Internetbetrüger*innen uninteressant. Prüfen Sie Ihre Netzwerke auf diese Optionen.

 

3. Posten Sie am besten nie „öffentlich“!

Nicht jeder muss alles wissen: Es reicht völlig aus, wenn Ihre Kontakte erfahren, was Sie in sozialen Netzwerken posten. Die Einstellung, ob Statusmeldungen generell öffentlich oder nur für Kontakte sichtbar sein sollen, können Sie in den Privatsphäre-Einstellungen vornehmen oder individuell für jeden Beitrag neu entscheiden.

 

4. Werden Sie misstrauisch bei Werbeangeboten oder Zugriffsschwierigkeiten!

Misstrauen ist geboten, wenn Sie werbliche Inhalte oder Spielempfehlungen von Kontakten bekommen, die diese sonst niemals posten würden. Links oder Angebote sollten nicht angeklickt werden und Sie sollten auch niemals Konto- oder Zahlungsinformationen verraten.

Wenn Sie selbst keinen Zugriff mehr auf Ihr Profil haben, handelt es sich wahrscheinlich um einen Datendiebstahl. Informieren Sie in diesem Fall den Anbieter!

 

5. Setzen Sie Ortsangaben nur sparsam ein!

Ortsangaben können für Kriminelle lukrative Informationen sein. Es wurden bereits Häuser ausgeraubt, weil Besitzer*innen ihre Urlaube über soziale Netzwerke kommuniziert hatten. Auch Fotos vom eigenen Zuhause, die Luxusgüter zeigen, können interessant für Langfinger sein.

In Sachen „Location Based Services“ wie Foursquare oder Facebook Places gilt: Es ist zwar praktisch, seinen Check-in für Freund*innen in der Nähe anzugeben, gleichzeitig aber immer auch eine Einladung für Störenfriede oder Diebe.

Teilen Sie auch Urlaubserlebnisse erst nach Ihrer Rückkehr und nur mit den eigenen Kontakten.

 

6. Schreiben Sie nie über organisationsinterne Themen!

Vertrauliche Informationen vom oder über den aktuellen, ehemaligen oder zukünftigen Arbeitgeber gehören nicht ins Netz – insbesondere nicht in Karrierenetzwerke, in denen Ihre Beziehung zum Unternehmen unmittelbar nahvollziehbar ist.

Generell gilt: Plaudern Sie Interna aus, können Sie dafür vom Arbeitgeber zur Verantwortung gezogen werden. Prüfen Sie in den Social-Media-Richtlinien Ihres Arbeitsgebers genau, was Sie öffentlich kommunizieren dürfen und was nicht.

 

7. Loggen Sie sich immer aus!

In Eile wird ein Logout schnell vergessen. Für die Sicherheit in sozialen Netzwerken ist es jedoch sehr wichtig, dass Sie sich nach jeder Nutzung vom Netzwerk oder der Plattform abmelden. Das gilt besonders an fremden Rechnern: So können Sie verhindern, dass Fremde in Ihrem Namen posten.

 

8. Beachten Sie die Meinungsfreiheit, bleiben Sie respektvoll und melden Sie rechtswidrige Inhalte!

Der Umgang im Internet sollte stets respektvoll und tolerant sein, andere Meinungen sollten akzeptiert werden. Beachten Sie dabei, dass rechtswidrige Inhalte auch online strafbar sind, selbst wenn sie nicht öffentlich gepostet wurden. Finden Sie selbst Kommentare oder andere Inhalte, die nicht erlaubt sind, sollten diese immer beim Netzwerk-Betreiber gemeldet werden.

 

9. Tauschen Sie nur Material in Tauschbörsen, wenn Sie die Rechte dafür besitzen!

Tauschbörsen erlauben Nutzer*innen, Dateien auszutauschen, ohne dass diese auf einem zentralen Server liegen. Daran ist nichts illegal. Doch bei jedem Tausch wird die Datei vervielfältigt. Das ist bei urheberrechtlich geschützten Dateien verboten, wenn keine Erlaubnis der Rechteinhaber*innen vorliegen. Eine Abmahnung lässt dann meist nicht lange auf sich warten.

 

10. Halten Sie Ihre Sicherheitssoftware bei der Nutzung von Tauschbörsen besonders aktuell und laden Sie keine .exe-Dateien herunter!

Da Inhalte bei Tauschbörsen direkt auf die Festplatte heruntergeladen werden, ist das Risiko groß, den eigenen Computer mit Schadsoftware zu infizieren. Insbesondere ausführbare Dateien (mit der Endung .exe) sollten nicht aus Tauschbörsen heruntergeladen werden. Diese können mit Viren versehen sein.

Indem Sie eine Tauschbörse nutzen, geben Sie außerdem Ihre IP-Adresse bekannt. Kriminelle können diese Information nutzen, um sich Zugang zu Ihrem System zu verschaffen. Auch hier bieten Firewall, Anti-Viren-Software und starke Passwörter einen Basis-Schutz.

 

11 Schützen Sie sich vor Schadsoftware aus Streaming-Angeboten!

Besonders kostenlos angebotene Streaming-Dienste für Filme oder Musik können mit Schadsoftware behaftet sein. Diese kann auf unterschiedliche Weise auf Ihren Computer gelangen: über Klicks auf die oft zahlreichen Werbebanner oder über angebotene Software, die angeblich notwendig ist, um Inhalte richtig anzuzeigen. Eine Firewall und ein Anti-Viren-Programm sowie sichere Passwörter gehören zur Grundausstattung für Internet-Sicherheit und schützen auch hier vor Schadsoftware.

Wie Sie Ihre Geräte mit Firewall, Anti-Viren-Programm und sicheren Passwörter grundsichern, lernen Sie im Selbstlernkurs und im Webinar ‘‘Grundlagen der Sicherheit im Internet‘‘

Legale Angebote sind zwar meist kostenpflichtig – aber dafür sind Sie dabei auf der absolut sicheren Seite und genießen den höchsten Schutz vor Schadsoftware, Datenmissbrauch und Rechtsverletzungen.

 

12. Beim Live-Streaming müssen Urheber- und Persönlichkeitsrechte besonders geachtet werden!

Live gestreamte Videos landen sofort im Netz. Es ist nicht möglich, Personen im Nachhinein unkenntlich zu machen oder Szenen herauszuschneiden. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Übertragung abzusichern, keine Rechte Dritter (Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte) zu verletzen. Es werden Einwilligungen von allen Personen benötigt, die zu sehen sein werden. Auch hier drohen sonst strafrechtliche Folgen.

 

13. Achten Sie bei der Aufnahme auf Ihre eigene Sicherheit!

Es gibt es Menschen, die sich in riskante Situationen bringen, um außergewöhnliche Fotos oder Videos zu bekommen. Gehen Sie niemals Risiken für Leib und Leben ein, nur um spektakuläre Aufnahmen zu bekommen.

 

Konkrete Anleitungen zur Einstellung von noch mehr Privatsphäre-Optionen in Netzwerken und zum Umgang mit Meinungsverschiedenheiten im Netz sowie noch mehr Tipps zum Live-Streamen gibt es für Sie in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Sicher vernetzen in Social Media 2“!

 

 


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