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Rechtssicherheit im Internet: Überblick

Das Internet hat den Alltag von vielen Menschen extrem vereinfacht und bereichert. Viele Aufgaben lassen sich digital schneller und unkomplizierter erledigen. Die große Vielfalt des Angebots macht es Nutzerinnen und Nutzern möglich, Informationen und Inhalte zu Teilen und über alle Grenzen hinweg zu kommunizieren. Das Internet bietet einen großen Freiraum, doch ist es kein rechtsfreier Raum. Wie in der „Offline-Welt“ gibt es auch in der „Online-Welt“ Regelungen und Gesetze, die alle beachten müssen. Denn Fehlverhalten im Internet kann Konsequenzen haben und viel Geld kosten, unter Umständen sogar den Arbeitsplatz. 

Weitere Anleitungen und Tipps erhalten Sie in unseren Webinaren und Selbstlernkursen. Mehr Informationenm finden Sie auch in unserem Video-Tutorial!

Für die Rechtssicherheit im Internet helfen Ihnen folgende Regeln:

 

1. Geben Sie personenbezogene Daten nur an, wenn unbedingt nötig!

Fast alle Internetdienste sammeln Daten ihrer Nutzer*innen. In sozialen Netzwerken oder beim Surfen hinterlassen wir überall Spuren, die missbraucht werden können. Wägen Sie deshalb ab, wann Sie personenbezogene Daten (z. B. Vor- und Nachname, Adresse, Geburtstag, usw.) preisgeben. Online-Dienste verwenden diese vor allem, um Ihnen Werbung anzuzeigen. Doch auch Betrüger*innen spekulieren auf Ihre Daten, um damit Geld zu machen.

Wenn möglich, sollten Sie darauf verzichten, sich mit Ihrem bürgerlichen Vor- und Nachnamen bei Diensten anzumelden und sich eine Abkürzung oder ein Pseudonym ausdenken. Geben Sie außerdem nur Daten an, die als Pflichtfeld gekennzeichnet sind. Auch Fotos und Videos enthalten persönliche Informationen – entscheiden Sie mit Bedacht, welche Bilder von Ihnen online verfügbar sein sollen.

 

2. Löschen Sie regelmäßig Cookies, Verlauf und den Cache-Speicher im Browser!

Cookies sind Dateien, die speichern, welche Webseiten besucht wurden. Sie helfen werbefinanzierten Webseiten, Nutzerverhalten zu analysieren und dadurch noch effizienter Werbung auszuspielen. Werden Daten aus den Cookies mit Nutzerangaben kombiniert (was nicht erlaubt ist), können Rückschlüsse auf die Lebenssituationen von Nutzer*innen gezogen werden. Deaktivieren Sie deshalb die Cookies in Ihren Browsereinstellungen. Verlauf und Cache sind Speicher im Browser, in denen besuchte Webseiten oder ihre Inhalte festgehalten werden. Auch diese Daten sollten regelmäßig gelöscht werden.

Im Selbstlernkurs und im Webinar ‘‘Grundlagen der Sicherheit im Internet‘‘ beschreiben wir Ihnen genau, wie Sie Cache und Verlauf  löschen können und das Deaktivieren der Cookies in Browsern und Suchmaschinen funktioniert.

 

3. Surfen Sie anonym!

Sie können Ihren Browser auch im sogenannten „Privat-Modus“ zum Surfen benutzen. Dieser Modus sorgt dafür, dass unter anderem keine Cookie-Daten erhoben und besuchte Webseiten gespeichert werden.

Eine weitere Möglichkeit, sich anonym im Internet zu bewegen, bietet das Netzwerk „Tor“. Es verhindert, dass weder der Internetprovider noch die Zielseite wissen, wer was im Netz aufruft. Tor schützt seine Nutzer*innen auch vor der Analyse des Datenverkehrs. Die Open-Source-Software kann kostenfrei im Netz heruntergeladen werden.

 

4. Akzeptieren Sie keine unerwünschte Werbung!

Haben Sie bei einem Dienst, Online-Shop oder in einem Netzwerk einmal Ihre Daten hinterlassen, bedeutet das nicht, dass die Datenerhebenden berechtigt sind, frei damit umzugehen. Wenn Werbe-E-Mails ungefragt im Postfach ankommen, handelt es sich oft um Spam.

Newsletter müssen ausdrücklich von Ihnen  angefordert werden, indem sie sich in die Empfängerliste eintragen (das sogenannte Opt-in-Verfahren). Oftmals erfolgt dann noch eine separate Aufforderung zur Bestätigung per E-Mail, dass der Newsletter wirklich ausgeliefert werden soll (auch genannt: Double-Opt-In-Verfahren).

Für Spam und andere unerwünschte E-Mails besteht ein Unterlassungsanspruch.

 

5. Lesen Sie bei innovativen Geräten oder Anwendungen die AGB und Datenschutzbestimmungen!

Beachten Sie bei Neuem stets die Richtlinien zur Speicherung von und zum Umgang mit erhobenen persönlichen Daten – am besten bevor Sie einen Online-Dienst, ein Gerät oder eine Plattform nutzen. Diese sind in den Datenschutzbestimmungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) formuliert. Das gilt auch für Kühlschränke, Autos und Fernseher, sofern sie mit dem Internet verbunden werden können.

 

6. Beachten Sie die aktuelle Rechtslage beim Drohnenflug!

Auch für private Drohnenpiloten gelten Gesetze – So ist eine Haftpflichtversicherungspflicht vorgeschrieben, Mindestalter und Flughöhenbegrenzungen müssen eingehalten werden, ebenso müssen bestimmte Flugverbote wie an Flughäfen oder über Menschenmengen berücksichtigt werden. Selbstverständlich müssen auch die Persönlichkeitsrechte und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung beachtet werden, wenn Menschen mit der Drohne aufgenommen werden. Informieren Sie sich ausführlich über Ihre Pflichten, bevor Sie in die Luft gehen.

 

7. Sichern Sie Ihr WLAN gegen Störer ab!

Um sich von der so genannten „Störerhaftung“ zu befreien, sollten Sie Ihr WLAN in jedem Fall per Passwort schützen und Ihren Router verschlüsseln. Klären Sie andere, die Ihr WLAN mitnutzen, über den verantwortungsbewussten Umgang mit rechtlich geschützten Inhalten im Internet auf. Eine schriftliche Erklärung, die von allen Beteiligten unterzeichnet wird, kann Sie im Fall der Fälle gegebenenfalls juristisch schützen.

 

8. Lesen und befolgen Sie die Richtlinien für den Umgang mit sozialen Netzwerken bei Ihrer Arbeitsstelle!

Viele Unternehmen unterstützen es, wenn die Belegschaft das Internet und soziale Netzwerke nutzt. Hierzu gibt es in vielen Unternehmen klare Regelungen, die sogenannten „Social-Media-Richtlinien“, die Mitarbeiter*innen dabei befolgen sollen. Diese Regelungen sind keine Gesetze, aber oftmals arbeitsrechtlich relevant. Wer diese Richtlinien mit dem Arbeitsvertrag unterzeichnet, verpflichtet sich zur Einhaltung.

 

9. Vermeiden Sie als Angestellte unerlaubte Werbung!

Bei der Nutzung sozialer Netzwerke als Angestellte gibt es rechtliche Stolperfallen, wenn Sie Ihren Arbeitgeber mit Werbung unterstützen wollen. Den wenn Mitarbeiter*innen selbst in privaten Profilen für ein Produkt oder eine Leistung des Arbeitsgebers werben, muss der Arbeitgeber unter Umständen dafür haften, wenn der Post eine Falschinformation enthält oder eine wichtige Angabe fehlt. Beachten Sie auch außerhalb von werblichen Inhalten: Allein die Arbeitgeber-Angabe auf dem privaten Profil kann dazu führen, dass Posts in beruflichen Kontext gebracht werden. Angestellte, sollten ihre Arbeitgeber*innen daher im Zweifel vor Postings mit Berufs- oder Unternehmensbezug um Erlaubnis fragen.

 

10. Wehren Sie sich freundlich aber bestimmt gegen Beleidigungen und Mobbing!

Wer online beleidigt wird, kann und sollte sich dagegen wehren – zuerst mit einer freundlichen Aufforderung. Ist dieser kooperative Lösungsversuch zwecklos, kann mit einem juristischen Beistand weiter dagegen vorgegangen werden. Um das Fehlverhalten eines anderen beweisen zu können, sollten immer Screenshots gemacht werden.

Hierzu bietet das sogenannte „Recht auf Vergessenwerden“ die Möglichkeit, dass Links auf die unerwünschten Inhalte in Suchmaschinen nicht mehr gefunden werden können. Die Verbraucherzentralen haben hierzu einen Musterbrief entworfen. Die Löschung der Inhalte selbst muss dann über die seitenbetreibende Organisation oder Person erreicht werden, die den Inhalt ins Netz gestellt hat.

Auch hierbei kann ein Rechtsbeistand helfen.

 

Achtung:

Im Fall einer konkreten Rechtsverletzung oder Unsicherheit über eine mögliche Rechtsverletzung sollten Sie in jedem Fall einen auf Medienrecht spezialisierten Anwalt ansprechen.

 

Wie Sie Ihren WLAN-Router verschlüsseln, was Sie als Drohnenpilot im Einzelnen beachten müssen und wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie eine Abmahnung erhalten,  lernen Sie in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Rechtssicherheit im Internet: Überblick“!

 

 


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