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Sicher kommunizieren mit E-Mail und Messenger für Einsteiger*innen

Im Internet bestimmen E-Mails die Kommunikation, außerdem texten und chatten wir über sogenannte Messenger und sprechen sogar per Videotelefonie miteinander. Wie in allen Bereichen des Internets gilt es auch hier einige Sicherheitsaspekte zu beachten – insbesondere in Bezug auf die Datensparsamkeit.
Denn nicht selten kommt es vor, dass Betrüger*innen digitale Kommunikationskanäle nutzen, um Ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen. Virenschutz, Firewall und ein gesicherter Router sind allerbeste Voraussetzungen, aber auch die Privatsphäre-Einstellungen oder Verschlüsselung der Nachrichten sollten für eine sichere digitale Kommunikation beachtet werden.

Anleitungen und Tipps erhalten Sie in unseren Webinaren und Selbstlernkursen.
Lieber gucken statt lesen? Die wichtigsten Tipps für sichere Kommunikation mit E-Mail und Messenger gibt es hier in unserem Video-Tutorial!

 

Für die sichere Nutzung von E-Mail-Diensten und -Programmen sowie Videotelefonie, Messengern und den zugehörigen Apps helfen Ihnen folgende Regeln:

 

1. Beachten Sie bei jeder digitalen Kommunikation die Grundregeln der Sicherheit!


Welchen Dienst, welche App oder welchen Kanal Sie auch immer nutzen, es gibt drei Grundregeln, die Sie stets beachten sollten, um sicher im Netz zu kommunizieren:

• Geben Sie niemals geheime Daten (z. B. Passwörter) heraus.
• Senden Sie niemals geheime Informationen oder sehr private Bilder - weder von Ihnen noch von anderen Personen
• Ändern Sie regelmäßig Ihre Passwörter, um Datendiebstahl vorzubeugen.

 

2. Löschen Sie E-Mails ungeöffnet, wenn diese Ihnen unseriös erscheinen und Ihnen die Absender*innen unbekannt sind!

 

Spam-Mails (Werbe-E-Mails, die ungefragt zugesendet werden) und Phishing-Mails (mit deren Hilfe sensible Daten „gefischt“ werden sollen) sind E-Mails mit betrügerischen Absichten. Zur ersten Kategorie gehören E-Mails mit Lockangeboten wie vermeintlich lukrativen Geschäftsideen, Lotteriegewinnen, Heiratsanfragen und ähnliches. Bei der zweiten Kategorie werden Sie aufgefordert, beispielsweise die täuschend echt wirkende Webseite einer Bank aufzurufen und dort ihr Passwort zu ändern oder Ihre persönlichen Daten zu aktualisieren.

In beiden Fällen gilt: Nichts öffnen, nichts klicken, nichts herunterladen!

 

3. Überprüfen und melden Sie verdächtige E-Mails!


Selbst E-Mail-Profis fällt es immer schwerer, Spam- und Phishing-Mails zuverlässig zu erkennen. Manche E-Mails wirken sehr echt. Um nicht auf perfekte Täuschungsversuche hereinzufallen, überprüfen Sie die Echtheit der Absender*innen:

• Rufen Sie die angegebene Webseite im Browser auf (URL manuell eingeben oder den Firmennamen über Suchmaschinen suchen),
• fragen Sie telefonisch oder schriftlich beim angegebenen Unternehmen nach und
• leiten Sie die E-Mail an dieses weiter.

Klicken Sie dabei niemals auf Links in der E-Mail und öffnen Sie keine Anhänge!

 

4. Richten Sie einen Spam-Filter ein!


Jedes E-Mail-Konto bietet einen Spam-Filter zum Schutz vor Spam- und Phishing-Mails. Dort landen verdächtige E-Mails automatisch, wenn sie beispielsweise gleichzeitig an sehr viele Empfänger gesendet wurden. Zur Einrichtung eines Spam-Filters gehen Sie in die Einstellungen Ihres E-Mail-Programms oder Webdienstes.

Werfen Sie regelmäßig einen Blick in Ihren Spam-Ordner – manchmal verirren sich auch rechtmäßige Nachrichten hierher. Löschen Sie von Zeit zu Zeit die abgefangenen Spam-Mails, um Ihren Postfach-Speicher zu schonen.

 

5. Kommunizieren Sie möglichst datensparsam!


Diese Punkte sollten Sie in Bezug auf die Sicherheit Ihrer E-Mail-Adresse beachten:

• Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse nur wenn unbedingt nötig in Formulare auf Webseiten ein.

• Nutzen Sie beim Versand von E-Mails an mehrere Empfänger*innen das „BCC“-Feld.

• Nutzen Sie die Antwort-Option „Antwort nur an den Absender“.

• Geben Sie E-Mail-Adressen anderer nur mit ihrem Einverständnis weiter.

• Anonymisieren oder pseudonymisieren Sie Ihre E-Mail-Adresse – Ihr Name muss nicht unbedingt enthalten sein.

 

6. Kommunizieren Sie verschlüsselt!


E-Mails sollten nur diejenigen lesen können, für die sie bestimmt sind. Wer sensible Daten versenden oder erhalten will, sollte Verschlüsselungstechniken nutzen. Verschlüsselung wahrt auch bei weniger sensiblen Inhalten die Authentizität der Absender*innen in der E-Mail-Kommunikation und schützt Sie und Ihre Kommunikationspartner vor Betrug.

 

7. Überprüfen Sie die Sicherheitseinstellungen beim Videotelefonie-Dienst und achten Sie auf Ihre Privatsphäre!


Die Sicherheit bei der Videotelefonie hängt zunächst von der Sicherheit des benutzten Computers ab. Virenschutz, Firewall und ein gesicherter Router gehören zum Grundschutz. Überprüfen Sie außerdem die Privatsphäre-Einstellungen in den Videotelefonie-Programmen selbst. Meist können diese manuell eingestellt werden.

Achten Sie bei der Videotelefonie außerdem auf folgende Sicherheitsaspekte zur Privatsphäre: Senden Sie keine sehr privaten Inhalte an Fremde und bedenken Sie, dass eventuell auch Teile Ihrer Umgebung (z. B. Ihr Aufenthaltsort oder Ihre Wohnung) über die Kamera an Ihre Gesprächspartner übermittelt werden. Diese Informationen können Langfinger anlocken.

Loggen Sie sich zudem nach dem Gespräch immer aus. Wenn Sie Ihre Kamera nicht nutzen, kleben Sie diese mit einem Stück Klebezettel ab. Behalten Sie außerdem jederzeit im Hinterkopf, dass Ihr Gesprächspartner das Telefonat ohne Ihr Wissen aufzeichnen kann.

 

8. Achten Sie bei Messengern auf Datensparsamkeit und Privatsphäre!


Wie bei Ihrer E-Mail-Adresse können Sie auch Ihren Messenger-Namen verkürzt oder anonymisiert angeben. Für das Profilfoto gilt: Je weniger Sie zu erkennen sind, desto geschützter kann der Dienst genutzt werden.

Des Weiteren sollten Sie Ihren öffentlichen Online-Status über die Einstellungen verbergen.

 

9. Chatten Sie nicht mit Unbekannten und sichern Sie bei Belästigungen Beweise!


Nachrichten und Anfragen von Unbekannten sollten generell abgelehnt werden. Dies können Sie in den Privatsphäre-Einstellungen festlegen.

Die meisten Messenger bieten auch die Funktion an, alle Gespräche automatisch auf dem Computer zu speichern (in einem sogenannten „Log“). So haben Sie bei eventuellen Belästigungen alles Geschriebene mit Datum und Nutzernamen dokumentiert, ohne extra Screenshots erstellen zu müssen. Wenn Sie sich im Messenger beleidigt oder belästigt fühlen, sollten Sie dies bei den Anbietern oder der Polizei melden.

Bedenken Sie, dass die Aufzeichnungs-Funktion auch durch Fremde genutzt werden kann.


10. Prüfen Sie Messenger-Apps und kommunizieren Sie auch unterwegs datensparsam und verschlüsselt!


Prüfen Sie Ihre Apps auf Zugriffsrechte. Welche Daten braucht eine App, um den angebotenen Dienst ausführen zu können – und welche nicht? Verzichten Sie auf Angaben, die nicht zwingend erforderlich sind.

Informieren Sie sich auch über die Verschlüsselungsmöglichkeiten Ihrer Apps. Vor allem die sogenannte „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ ist besonders sicher.

 


Warum das BCC-Feld die Daten ihrer Kommunikationspartner schützt, wie Sie Ihre E-Mail-Adresse pseudonymisieren und noch mehr zur sicheren digitalen Kommunikation lernen Sie in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Sicher kommunizieren mit E-Mail und Messenger 1“!


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