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Sicher im Netz einkaufen und bezahlen für Fortgeschrittene

Onlineshopping, Auktionshäuser im Internet, Bezahlen via App –Neue Zahlungsmethoden, Online-Behördengänge, die sogenannte „Near Field Communication“ und e-Wallets für das Bezahlen mit dem Smartphone können den Alltag noch einfacher machen – wenn sie sicher durchgeführt werden. Denn auch Betrüger*innen im Netz entwickeln sich weiter. Selbst erfahrene Internet-Käufer*innen erkennen Betrugsversuche nicht mehr auf Anhieb.

Es gilt also auch für Erfahrene: Aktuelles Wissen über Methoden, Risiken und Fallstricke schützt – damit der digitale Handel auch weiterhin Spaß macht.

Weitere Anleitungen und Tipps erhalten Sie in unseren Webinaren und Selbstlernkursen.
Lieber gucken statt lesen? Die wichtigsten Tipps für sicheres einkaufen und bezahlen im Internet gibt es hier in unserem Video-Tutorial!

Für sicheres Onlineshopping, -banking und Bezahlen im Netz helfen Ihnen als Fortgeschrittene folgende Regeln:

 

1. Schauen Sie sich Rechnungen und Mahnungen immer genau an!


Betrüger*innen versenden täuschend echt aussehende E-Mails mit Rechnungsanhängen, in die Banking-Trojaner eingebettet sind. Oft gibt es in diesen E-Mails auch Links zu Webseiten der Betrüger*innen.

Achten Sie auf diese Merkmale: Fehlt die individuelle Buchungskontonummer? Ist Ihr Name falsch geschrieben? Entdecken Sie Rechtschreibfehler? Das deutet auf Betrug hin!

Öffnen Sie keine Anhänge und klicken Sie nicht auf Links! Um ganz sicher zu sein, recherchieren Sie die jeweiligen Absender*innen oder Betreffzeilen im Internet. So können viele Fälle von Betrugsversuchen entlarvt werden.

 

2. Schauen Sie sich unbekannte Onlineshops sorgfältig an, bevor Sie dort einkaufen!


Betrügerische Onlineshops („Fakeshops“) sind heutzutage sehr professionell und kaum von seriösen zu unterscheiden. Selbst Gütesiegel können täuschend echt kopiert werden. Anhand dieser Merkmale können Sie Fakeshops erkennen:

• Gibt es ein Impressum? Das ist in Deutschland Pflicht (§ 5 Telemediengesetz)!

• Gibt es Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)? Wird in diesen auf das gesetzliche Rücktrittsrecht hingewiesen?

• Entdecken Sie Rechtschreibfehler?

Wenn Sie nicht sicher sind: Nutzen Sie keinesfalls die Zahlungsmethode „Vorkasse“!

 

3. Beachten Sie besondere Sicherheitsmaßnahmen bei privaten Auktionen und Kleinanzeigen!


Bei privaten Auktionen und Portalen für Kleinanzeigen handeln meist Privatleute untereinander. Wer nicht gewerblich verkauft, unterliegt auch nicht den gesetzlichen Verpflichtungen für Onlineshops. Grundregeln für sicheres privates Kaufen und Ersteigern sind:

Für Sie als Verkäufer*in:

• Versenden Sie Ware erst nach Zahlungseingang.

• Dokumentieren Sie den Verkauf und den dazugehörigen Schriftverkehr.

Für Sie als Käufer*in:


• Überprüfen Sie die Bewertungen, Homepages und Adressen der Verkäufer*innen sowie Produktdaten, Beschreibungen und Herkunftsnachweise der Waren.
• Informieren Sie sich über die Sicherheitsmaßnahmen der Auktions- oder Anzeigenanbieter*innen.
• Achten Sie darauf, dass Verkäufer*innen und Kontoinhaber*innen identisch sind.


4. Kennen und beachten Sie Ihre Rechte, um überhöhte Kosten beim Onlineshopping zu vermeiden!


Händler*innen dürfen keine Voreinstellungen wie Häkchen für Zusatzleistungen verwenden. Auch dürfen sie nur in Ausnahmefällen Zusatzkosten für bestimmte Zahlungsmittel verlangen. Bevor Sie verbindlich kaufen, müssen Sie auf Versandkosten hingewiesen werden!

Außerdem: Anrufe bei Service-Hotlines wegen Fragen oder Erklärungen zu Verträgen, dürfen Verbraucher*innen nicht mehr kosten als ein normales Telefonat.

 

5. Prüfen Sie Bezahl-Apps auf Sicherheit!


Bei allen Bezahl-Apps gilt es, vorab folgende Kriterien zu prüfen:

• Welche Kosten entstehen insgesamt, also auch für einzelne Transaktionen?
• Welches Unternehmen steht hinter der App?
• Wie wird sichergestellt, dass das Geld auch sein Ziel findet und gibt es die Möglichkeit, Zahlungen rückgängig zu machen?
Wichtig ist auch, zu überprüfen, auf welche Bereiche des Smartphones die App zugreifen möchte. Prüfen Sie außerdem regelmäßig Ihre Abrechnungen auf Richtigkeit der Einträge.

 

6. Nutzen Sie mobiles Bezahlen per NFC nur eingeschränkt!


Die Nutzung des kontaktlosen Bezahlens per NFC ist vergleichbar sicher wie herkömmliche Verfahren per Kreditkarte. Hinterlegen Sie dennoch nur kleine Beträge im Dienst, damit ein Verlust des Smartphones keinen großen finanziellen Schaden bedeutet. Verwenden Sie NFC nur bei sicheren Diensten wie bekannten Fluglinien, Verkehrsverbünden oder der Deutschen Bahn.

Außerdem: Nutzen Sie ein Smartphone, bei dem die NFC-Funktion auch deaktiviert werden kann und spielen Sie regelmäßig die neuesten Sicherheitsupdates ein. Informieren Sie sich auch über Smartphone-Verschlüsselung – die kann den NFC-Chip vor dem Auslesen schützen.

 

7. Spekulieren Sie mit Bitcoin nur, wenn Sie den Verlust verschmerzen können!


Unter der digitalen Avantgarde ist die Krypto-Währung Bitcoin seit langer Zeit in aller Munde. Die Transaktionen mit Bitcoin sind günstiger als mit anderen Zahlungsmitteln. Allerdings ist das Verfahren, mit dem Bitcoins entwickelt und gehandelt werden für die meisten Menschen nur schwer verständlich und der Kurs ist stark schwankend. Vorerst gilt: Bitcoin ist ein Experiment für Mutige und technisch Versierte!

 

8. Nutzen Sie den ePerso nur mit gesicherten Geräten!


Den elektronischen Personalausweis (ePerso) können Sie für Aktivitäten bei und mit Behörden, zur Korrespondenz mit der SCHUFA oder für die Nutzung von Kreditportalen nutzen. Da der Chip auf dem ePerso sensible persönliche Daten enthält, wählen Sie einen sicheren Kartenleser für die Nutzung der Online-Ausweisfunktion aus.

 

 

Noch mehr Sicherheits-Tipps für den Kauf von privat im Netz, ausführliche Erläuterungen zum Schutz vor versteckten Kosten und eine Übersicht sicherer e-Wallet- und anderer Bezahldienste lernen Sie in unserem Selbstlernkurs und im Webinar „Sicher im Netz einkaufen und bezahlen 2“!

 

 


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