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Verschlüsselung

Schutz vor digitaler Überwachung: Expertenrunde mit DsiN zum Nachhören

Lauschen Sprachassistent und Fernseher im Wohnzimmer mit? Werde ich beim Surfen überwacht und mit welchen Suchmaschinen bleibe ich anonym? Wie kann ich mich vor unerwünschter Werbung schützen und wer sieht meine Fotos in sozialen Netzwerken und Messengern?

Diese und viele weitere Hörerfragen beantwortete DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger am vergangenen Samstag live in der rbb RadioBERLIN 88.8 Expertenrunde.

Auf besonderes Interesse bei den Zuhörern stießen weiterhin Themen zu sicheren WLAN-Verbindungen, Datensicherheit auf mobilen Geräten und Spam- und Phishing-Versuchen im Netz.

Wer die Sendung verpasst hat, kann diese in der Mediathek von RadioBERLIN 88.8 nachhören.

Bildnachweis: Fotolia

DsiN und Microsoft stellen neuen IT-Fitness-Test vor

Zum Safer Internet Day stellen Microsoft und DsiN den bewährten IT-Fitness-Test vor, der vollständig überarbeitet wurde und nun auch Fragen zu Assistenzsystemen, Bots und Big Data umfasst.

„Das Verständnis dieser Zukunftstechnologien ist wesentlich für eine kompetente Teilhabe in der Gesellschaft und im Arbeitsleben. Mit der Neuauflage des IT-Fitness-Tests bieten wir Anwendern die Möglichkeit die heutzutage notwendigen digitalen Kompetenzen zu erwerben“, sagt Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland.

Am Rande der gemeinsamen Konferenz des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz und des Bitkom zum Aktionstag wird der neue IT-Fitness-Test erstmals gezeigt. Besucher können so in weniger als zehn Minuten testen, wie es um ihr digitales Sicherheitswissen steht und welcher Nutzertyp sie sind.

Auch auf der Website der Digitalen Nachbarschaft ist der neuaufgelegte IT-Fitness-Test zu finden: https://www.digitale-nachbarschaft.de/node/14 

Bildnachweis: DsiN / Microsoft

Kann Sicherheit einfach sein?

Verschlüsselung für alle. Egal, ob es darum geht, E-Mails zu verschlüsseln oder das Einloggen sicherer zu machen:
Was sicher ist, muss auch kompliziert sein. So lautet das Klischee. Doch von dieser Vorstellung sollten wir uns schnellstmöglich verabschieden.

Wenn es um Einfachheit im Bereich Computernutzung geht, sollte die Messlatte sein: Es muss einfach funktionieren und der Nutzersollte  möglichst wenig selbst eingreifen müssen. Das gilt gerade dann, wenn es um sichere Lösungen und Verschlüsselungen geht, die viele Menschen nutzen sollen. Denn mit jedem Schritt, der zusätzlich anfällt, wenn etwa  E-Mail verschlüsselt werden sollen, werden mehr Nutzer aussteigen. Wenn vieles einzustellen und zu konfigurieren ist, machen das nur die Profis. Gerade im Bereich Verschlüsselung und Sicherheit muss es aber das Ziel sein, auch die breite Bevölkerung zu erreichen.

Wir müssen aus Sicht des Nutzers denken

Das hat vor allem mit der großen Verbreitung von Smartphones und Tablets zu tun: Diese Geräte sind von Anfang an konsequent vom Nutzer und seinen Nutzungsszenarien aus gedacht. Sie „verkapseln“ die hinter ihren Funktionen liegende Technik sehr stark, zeigen dem User nicht, was im Hintergrund abläuft. Dadurch werden die Geräte viel leichter bedienbar. Weil der Nutzer viel weniger zur Interaktion gezwungen ist. Denn die Hintergründe einer Funktion sind für Entwickler und Wissenschaftler bedeutsam, für den Nutzer aber nicht.

Die einzelnen Bausteine zum Beispiel für die Verschlüsselung sind zum größten Teil vorhanden, die kryptografische Technik ist bereits da. Und wir beherrschen sie. Aber wie werden diese Bausteine so zusammengebracht, dass sie für einen durchschnittlichen Nutzer einfach zu bedienen und dennoch wirklich sicher sind? Auch hier ist es wieder sinnvoll, sich die Welt der Smartphones genauer anzuschauen: Die mobilen Geräte und ihre Betriebssysteme sind immer Teil einer ganzen Produkt- und Dienstleistungswelt. Sowohl bei Apple als auch bei Google entwickeln Smartphones und Tablets ihre eigentliche Stärke und einfache Benutzbarkeit aus der Tatsache, dass sie Teil eines gut funktionierenden Ökosystems sind, dass diese Firmen in solchen Systemen denken und ihre Nutzer hierdurch binden. Das Beispiel des Bezahlsystems Apple Pay belegt dies eindrücklich.

Nur einfache Lösungen werden sich allgemein verbreiten

Ein Beispiel dafür ist die Initiative der von Google initiierten FIDO Alliance. Deren Ziel ist: Standard-Verschlüsselungstechnologie verwenden, um sichere Lösungen einfacher nutzbar zu machen. Konkret verwenden Nutzer dann zum Beispiel einen USB-Stick beim Einloggen als Zusatzsicherheit, ohne dass dafür spezielle Programme oder Plug-ins benötigt werden. Die Technologie ist im Browser schon enthalten, der  Nutzer muss nichts zusätzlich installieren oder aufwändig konfigurieren. Mit so einer Technologie könnte man theoretisch für alle Accounts dasselbe Passwort nutzen – der USB-Stick muss ja immer eingesteckt sein. Trotzdem ist die Lösung sehr sicher. Nur wenn es derart einfach ist, haben wir eine Lösung, die auch wirklich „skaliert“, nur dann werden viele Menschen sie nutzen.

Die Nutzer sind es gewohnt, einfach etwas aus dem App Store laden zu können, was dann sofort funktioniert. Wir müssen mehr über Usability nachdenken, darüber, auf was der Nutzer achtet und wie er Dinge versteht. Wir müssen uns in den Anwender hineinversetzen.

Für den Techniker oder Entwickler sind oft ganz andere Dinge entscheidend als für die Person, die das System nutzen will. Denn es kann nicht das Ziel sein, dass jeder zum Kryptologen und Sicherheitsexperten werden muss, nur um seine E-Mails zu verschlüsseln oder Verträge sicher und rechtsverbindlich mit einer digitalen Unterschrift zu versehen.

Natürlich darf man nicht den Fehler machen, den Wunsch nach Sicherheit und Verschlüsselung mit einem intransparenten System, einer Art Black Box, zu beantworten. Wenn jemand behauptet, dass sein Dienst komplett sicher ist, muss das auch jederzeit nachprüfbar sein. Bei FIDO etwa liegt das System völlig offen, jeder kann es sich ansehen, jeder kann es implementieren.

Ich begreife es als eine Art Mission, diese neue technische Welt mitzugestalten. Wir wollen das Thema „Sichere Identität“ in die digitale Welt bringen. Und der Kern dazu liegt in der Einfachheit: Die Technologie muss man beherrschen und verstehen. Das tun wir. Jetzt müssen wir es schaffen, sie für alle nutzbar zu machen.

 

Bild: https://pixabay.com/de/bin%C3%A4r-code-null-schloss-eins-1188505/ von geralt

Lizenz: Public Domain https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

Schutz vor digitaler Überwachung: Expertenrunde mit DsiN zum Nachhören

Lauschen Sprachassistent und Fernseher im Wohnzimmer mit? Werde ich beim Surfen überwacht und mit welchen Suchmaschinen bleibe ich anonym? Wie kann ich mich vor unerwünschter Werbung schützen und wer sieht meine Fotos in sozialen Netzwerken und Messengern?

Diese und viele weitere Hörerfragen beantwortete DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger am vergangenen Samstag live in der rbb RadioBERLIN 88.8 Expertenrunde.

DsiN und Microsoft stellen neuen IT-Fitness-Test vor

Zum Safer Internet Day stellen Microsoft und DsiN den bewährten IT-Fitness-Test vor, der vollständig überarbeitet wurde und nun auch Fragen zu Assistenzsystemen, Bots und Big Data umfasst.

Kann Sicherheit einfach sein?

Verschlüsselung für alle. Egal, ob es darum geht, E-Mails zu verschlüsseln oder das Einloggen sicherer zu machen:
Was sicher ist, muss auch kompliziert sein. So lautet das Klischee. Doch von dieser Vorstellung sollten wir uns schnellstmöglich verabschieden.